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Juckreiz bei Hunden

Published on
May 6, 2024
Author:
Dr. Franz Spitzer
Updated:
May 6, 2024
Reading Time:
7 min

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Inhaltsübersicht:

Einleitung

Juckreiz ist das Kardinalsymptom der Haut, des größten Organs des Körpers, und einer der häufigsten Gründe überhaupt warum Hundehalter ihre Tiere bei Tierärzten vorstellen. Für Juckreiz gilt wie für vielleicht kein anderes Symptom mehr denn je der zeitlose medizinische Grundsatz, den ich vor vielen Jahren von einem alten „Tierarzt-Haudegen“ aufgeschnappt und seitdem nie mehr vergessen habe:

„Wenn du Hufgetrappel hörst, suche nach Pferden, nicht nach Zebras.“

Damit gemeint ist die ärztliche Aufgabe stets die naheliegendste (bzw. statistisch wahrscheinlichste ) Ursache eines Problems zuerst in Betracht zu ziehen, auch wenn möglicherweise noch viele andere in Frage kommen mögen. Laut Lehrbuch kommen theoretisch 100 (teilweise sehr exotische) Ursachen für Juckreiz in Frage. In der Praxis verhält es sich meiner Erfahrung nach aber so, dass Juckreiz in ca. 90% der Fälle auf einige wenige ganz konkrete Ursachen und Zusammenhänge zurückzuführen ist.

Dies gilt vor allem dann wenn du in Mitteleuropa wohnst und mit deinem Tier schon öfter bei Tierärzten in konventioneller Behandlung warst. Im folgenden werde ich daher nur auf die für dich höchstwahrscheinlich relevanten Ursachen eingehen und die Zebras beflissentlich ausklammern.

Juckreiz kommt selten allein

Festzuhalten ist zuerst mal, dass Juckreiz in aller Regel nicht als alleiniges Problem auftritt. Vielmehr ist er als Begleiterscheinung vergesellschaftet mit z.B. Allergien, Unverträglichkeiten, entzündeten Analdrüsen, Ohrenentzündungen, chronischen Darmproblemen, offenen/wunden Pfoten oder auch Hautproblemen aller Art.

Dies beweist, dass wir es hier mit einer tieferliegenden, den ganzen Körper betreffenden Entzündungs-Problematik zu tun haben, die sich zwar auf der Haut zeigt, aber bei weitem nicht auf die Haut begrenzt ist. Das ganze ist in etwa vergleichbar mit einem Schwel/Torf-Brand – es ist von außen sichtbar aber die eigentliche Dynamik spielt sich für das Auge unsichtbar unterirdisch ab.

Das große Ganze rund um das Symptom Juckreiz habe ich in diesem Video erklärt:

Zwischenfazit – der Fehler in der „üblichen“ Behandlung

Daraus leiten sich eine für die erfolgreiche Behandlung grundlegende Erkenntnis ab: Der Juckreiz auf der Haut wird nicht durch lokale (das heißt örtlich begrenzte) Unterdrückung mittels Kortison/Prednisolon, Entzündungshemmern (NSAID), Antibiotika, Apoquel oder Cytopoint in den Griff zu kriegen sein.

Und zwar da Medikamente immer nur das Symptom (!) Juckreiz zeitweilig unterdrücken. Aber sie beseitigen die Ursache nicht. (Wie das genau geht dazu im Folgenden mehr.) Mit dem Symbol des bereits erwähnten Schwelbrands ausgedrückt: Medikamente können immer nur an einigen Stellen den Rauch beseitigen, aber sie löschen das tieferliegende Feuer nicht. Daher kommt Juckreiz in aller Regel wieder und begleitet Hund/Halter über lange Zeit.

Eine kühne Behauptung aus jahrelanger Erfahrung

Zum besseren Verständnis: Dem Auftreten von Juckreiz bei deinem Tier sind in den meisten Fällen bestimmte Behandlungen vorausgegangen, die du natürlich nicht ursächlich mit dem Juckreiz in Zusammenhang gebracht hast.

Hier kommen in Frage: Impfungen, intensive Medikamentengaben gegen z.B. Giardien, Würmer oder Zecken, Antibiotika, Schmerzmittel, Kortison sowie die Verfütterung von industriellem Fertigfutter. Sie tauchen so gut wie bei jedem Juckreiz-Patient im Vorbericht auf. Wenn dein Hund unter Juckreiz leidet, wäre ich sogar bereit Geld darauf zu verwetten, dass dein Tier bei Tierärzten schon (mehrfach) mit einem oder mehreren der oben genannten Medikamente behandelt wurde.

Und wenn du diesen Text bis hierhin gelesen hast, dann waren diese Behandlungen höchstwahrscheinlich nie dauerhaft erfolgreich und der Juckreiz kehrte stets zurück, weswegen du jetzt im Internet auf der Suche nach Alternativen bist.

Erklärung – Warum ist die Haut überhaupt betroffen?

Zuerst mal dürfte das mit der beachtlichen mechanischen Beanspruchung im Rahmen des täglichen Lebens zusammen hängen.

Die Haut ist das wichtigste Schutzorgan des Körpers. Da ein Hund keine schützende Kleidung trägt, ist wahrscheinlich einleuchtend, dass die Haut durch den unmittelbaren Kontakt mit sämtlichen Schadstoffen aus der Umwelt besonders gereizt wird. Die Haut schirmt den Körper jedoch nicht nur gegenüber Schadstoffen von der Außenwelt ab, sondern sie stellt auch eine bedeutsame Eintrittsbarriere für Krankheitserreger und Parasiten dar.

Gleichzeitig ist sie (neben dem Darm) aber auch der größte Lebensraum für die hier natürlicherweise ansässigen und für die Hautgesundheit unerlässlichen Mikroorganismen. Bei Mensch und Tier kommt den hier lebenden Mikroorganismen eine ganz entscheidende Rolle für die normale Funktionalität und die selektive Barrierefunktion der Haut zu.

Diese doppelte Funktion ist der Grund warum die Haut für das Immunsystem eine so große Rolle spielt und warum sie im Rahmen von Immunkrankheiten wie Allergie, Atopischer Dermatits, Lupus oder Pemphigus stets offensichtlich mitbetroffen ist. Diese intensive Beanspruchung erfordert umfangreiche und adäquate Regenerations- und Neubildungsprozesse der Zellen in der Haut, welche natürlich nur im Rahmen eines gesunden Stoffwechsels bzw. Körpermilieus adäquat erfolgen kann.

Das mikrobielle Gleichgewicht auf der Haut wird insbesondere von Antibiotika ( aber auch chemischen Medikamenten generell) empfindlich gestört bzw. beeinträchtigt – insbesondere natürlich von denen, die auf die Haut aufgetragen oder per Kanüle unter die Haut gespritzt werden. So tragen Antibiotika und Medikamente ironischerweise zu den Symptomen auf der Haut bei, gegen die sie ursprünglich gegeben werden.

Des weiteren ist die Haut neben Leber, Niere und Darm ein sehr willkommenes Entgiftungsorgan, dessen Kapazität vom Organismus bei Bedarf auch voll ausgeschöpft wird. Wenn körperfremde Substanzen / Schadstoffe ( wie z.B. chemische Medikamente, Impfungen oder Spot-Ons) wieder ausgeschieden werden müssen, bedient sich der Körper dazu notgedrungen auch immer der Haut. Denn über die kontinuierlich nach außen abgestoßenen Zellschichten der Haut (=Schuppen) können eingelagerte Schadstoffe langsam aber beständig in die Außenwelt abgegeben werden.

Dieser Prozess ist allerdings nicht nur in seiner Kapazität limitiert, sondern er bringt es zwangsläufig auch mit sich, dass die in die Hautzellen eingelagerten Schadstoffe vor ihrer Abschilferung noch das umliegende Gewebe reizen bzw. schädigen können. Dies wird vom Tier als das empfunden was wir dann Juckreiz nennen und warum du gerade diesen Artikel liest.

Daher kommt auch das ständige Nagen, Knabbern, Schubbern oder Kratzen an so gut wie allen Hautarealen, das in schweren Fällen bis hin zur Selbstverstümmelung gehen kann.

Lösung für Juckreiz – Was ist zu tun?

Wie wir bereits festgestellt haben, ist eine örtliche Behandlung der Haut mit Cremes, Salben oder Medikamenten in der Regel nicht ausreichend bzw. sogar kontra-produktiv. Es wird sich damit für eine Weile Ruhe „erkauft“, aber die Beschwerden kehren in aller Regel wieder.

Guck dir bitte im folgenden Video an, wie eine inzwischen glückliche Halterin es sehr treffend formuliert hat:

Wer als Halter den Juckreiz seines Hundes langfristig und dauerhaft heilen will, kommt nicht umhin sich mit der Gesundheit seines Tieres insgesamt zu beschäftigen. Und damit sind wir auch beim Thema Haut/Juckreiz wieder beim Darm angelangt, dem meistunterschätzten Organ in der „modernen“ Medizin.

Der direkte Zusammenhang von Haut und Darm ist im folgenden Video anschaulich erklärt:

Es gilt also bis hierhin festzuhalten:
Wer den Juckreiz seines Hundes dauerhaft heilen will, der muss zuerst die Haut heilen, und wer die Haut heilen will, der muss beim Darm ansetzen!

Gegenmaßnahmen – Was ist zu tun?

Die notwendigen Maßnahmen um Juckreiz bzw. Hautproblemen allgemein zu begegnen sind aufbauend auf den geschilderten Zusammenhängen gleichermaßen umfangreich wie logisch.

Sie setzen vorne bei der Vermeidung von sämtlichen chemischen Fremdstoffe an – hier kommen Medikamente, Spot-Ons, Impfungen, Wurmtabletten oder Zeckenhalsbänder in Frage.

Weiterhin muss der Darm aufgebaut, gestärkt und entgiftet werden – heißt Ernährungsumstellung, Darmsanierung & Milieuoptimierung. Da die Haut wie bereits geschildert eine Entgiftungsfunktion hat, wird jede Entgiftung des Körpers im besonderen auch immer der Haut zugute kommen und den Juckreiz somit lindern. Dieser Prozess erfordert allerdings Geduld und Zeit.

Da zu den Ursachen von Juckreiz aber auch Parasiten bzw. bakterielle Erreger zählen, ist der gleichzeitige Aufbau des Immunsystems ebenfalls unabdingbar. Wird die Ausbreitung von Erregern und Parasiten durch eine gesunde, intakte Hautbarriere auf natürliche Weise eingedämmt, so verschwindet der Juckreiz schlussendlich von selbst.

Schließlich sind sicherlich auch bestimmte Alltagspraktiken und Gewohnheiten des Halters im Bezug auf Reinigung und Hygiene zu hinterfragen (Teppiche, Waschmittel, Haushaltschemikalien oder Umweltgifte etc.)

Die Prognose von Juckreiz ist aufgrund der außerordentlichen Regenerationsfähigkeit der Haut auch in sehr fortgeschrittenen Krankheitsverläufen immernoch als gut zu bezeichnen. Die von Tierärzten immer wieder zu hörende Behauptung Allergien (und der damit einhergehende Juckreiz) wären unheilbar, ist aus meiner Erfahrung eindeutig faktisch falsch!

Wenn der Halter ganzheitlich alle genannten Punkte konsequent umsetzt, sind Heilungsverläufe wie dieser hier die logische Konsequenz.

Wer sich als Hundehalter ebenfalls auf einen ganzheitlichen und chemiefreien Weg begeben möchte, kann sich hier gerne einen Termin bei mir und meinem Team buchen.

FAq

Häufig gestellte Fragen

1. Wie soll das ganze online überhaupt funktionieren?

Unter Frage 4 sind alle akuten Beschwerden & Schmerzzustände aufgezählt, bei denen ein direktes physisches Eingreifen am Körper deines Hundes durch einen Tierarzt vor Ort wirklich notwendig ist.

Bei allen anderen dort nicht aufgeführten Symptomen (insbesondere dann wenn diese einen chronischen Verlauf angenommen haben) bringt der Eingriff vor Ort nachweislich KEINE nachhaltige Heilung!

Es werden dort lediglich Symptome unterdrückt bzw. Krankheiten “verwaltet” und was dabei immer fehlt, ist die Aufklärung über die Krankheits-Ursachen – und genau diese Aufklärung ist sehr gut online, also fernmündlich möglich.

Durch die ausführliche Anamnese, den individuellen Schritt-für-Schritt-Plan und die Zusammenarbeit über einen längeren Zeitraum können wir dir und deinem Hund nachweislich besser helfen, als wenn wir ihn physisch anfassen würden! Über Bilder/Videos und Befragungen erhalten wir alle dafür nötigen Informationen.

Da wir ausschließlich online arbeiten hast du auch die Möglichkeit uns von überall zu erreichen und täglich Antworten auf deine Fragen zu bekommen.

Ausserdem ist dein Hund nicht dem erheblichen Stress ausgesetzt, der jedes Mal mit dem Besuch einer TA-Praxis verbunden ist.

3. Ich barfe bereits. Geht es im Programm nur um Ernährung?

Ernährung ist ein Baustein im Regenerationsprozess, nur längst nicht der Einzige oder Wichtigste. Wir haben in unserem Coaching 6 zentrale Punkte definiert, die zum Thema Hundegesundheit erfahrungsgemäß unabdingbar sind. Demnach braucht es deutlich mehr als nur Ernährung.

5. Wie lange dauert die Zusammenarbeit?

Genau wie eine Pflanze nicht schneller gedeiht oder ein Kind nicht schneller aufwächst, nur weil der Mensch das möchte, so braucht auch die Heilung deines Hundes vor allem Zeit und Geduld.

Je nach Symptomatik, Chronizität, bisheriger Medikamentengabe, Alter des Hundes und auch der Mitarbeit bzw. Umsetzung durch den Halter dauert die körperliche Regeneration deines Hundes erfahrungsgemäß zwischen 3-6 Monate, in schweren Fällen mitunter auch länger.

Letztlich spielen noch viele weitere Faktoren in die Regeneration mit hinein. Wir halten uns daher immer an den eisernen Grundsatz: ” Das Tempo gibt dein Hund vor.”

7. Mein Hund hat momentan noch keine Symptome.
Macht eine Teilnahme trotzdem Sinn?

Auf jeden Fall. Bevor der Körper Symptome zeigt, vergeht eine längere Zeit, in der der Organismus deines Hundes im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht sich selbst zu heilen. Nur wenn dies nicht mehr gelingt und die Regulations- bzw. Regenerationsprozesse im Körper überlastet sind, kommt es zu Symptomen.

Demnach sollte dein Hund nicht erst sichtbare Anzeichen zeigen, bevor du tätig wirst. Der Gedanke der Prophylaxe ist ein zentraler Baustein unserer Arbeit um deinem Hund (und dir) ggf. eine Menge Leid zu ersparen.

2. Könnt ihr helfen wenn mein Partner skeptisch ist?

Auch wenn dein Partner skeptisch ist, steht einer Zusammenarbeit erst mal nichts im Wege, mit einer einzigen Ausnahme: Er/sie darf nicht kategorisch dagegen sein!

Wir Menschen haben oft eine andere Meinung als unsere Mitmenschen und auch oft als unser Partner. Beide Meinungen sind gleichermaßen valide.

Zu erkennen, dass beide Recht haben können, bedeutet eine ganz neue Möglichkeit und schafft neuen Raum für euch in eurer Partnerschaft!

Eine gewisse Skepsis ist durchaus gesund und über evtl. Sorgen & Ängste können wir gerne sprechen. Wir empfehlen immer den Partner um Vertrauen zu bitten! Damit hat er die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild der Zusammenarbeit zu machen.
Ist einer von beiden wirklich kategorisch dagegen, nehmen wir jedoch unsererseits von einer Zusammenarbeit Abstand.

Wir wollen hier niemanden überzeugen, denn dieser Konflikt ist kein guter Begleiter für Heilung. Der Heilungsprozess benötigt immer eine gemeinsame Initiative und ein harmonisches Miteinander. Das kann ganz unterschiedlich aussehen und wie genau das besprechen wir individuell im gemeinsamen Gespräch.

4. Bei welchen akuten Beschwerden könnt ihr nicht unterstützen?

Bei den folgenden akuten Problemen ist eine medizinische Erstversorgung durch einen Tierarzt vor Ort unabdingbar:Unfälle, Knochenbrüche, Bisswunden & -verletzungen, Magendrehungen, Vergiftungen, Fremdkörper-Entfernung und Tumore/Krebs. Hier können wir im Nachgang beim Aufbau unterstützen.

Kastrationen und Impfungen (von denen wir allerdings abraten) sind logischerweise ebenfalls ein Fall für den Tierarzt vor Ort.

6. Kann ich auch aus dem Ausland teilnehmen?

Grundsätzlich ja. Die meisten unserer Teilnehmer kommen aus der D-A-CH Region. Die Teilnahme aus Luxemburg und Liechtenstein ist ebenfalls problemlos möglich.

Auf Grund der unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten und Bedingungen in anderen Ländern kann es im Programm zu Umsetzungsschwierigkeiten kommen, da z.B. bestimmte Hilfsmittel nur schwer beschafft werden können.

Sollte eine vollumfänglichen Umsetzung des Programms aufgrund der ortsspezifischen Bedingungen am Wohnort des Interessenten nicht gegeben sein, sehen wir unter dem Leitbild des ehrbaren Kaufmanns unsererseits von einer Zusammenarbeit ab.

8. Wo genau ist jetzt deine Praxis bzw. wo muss
ich mit meinem Hund hinkommen?

Wir haben KEINE Praxis vor Ort und du musst mit deinem Hund nirgendwo hinkommen, um mit uns zusammen zu arbeiten!Der größte Vorteil dieser 100% Online-Tätigkeit ist unter Frage 1 erklärt. So kannst du ortsunabhängig zu regelmäßigen Zeiten für die Gesundheit deines Hundes sorgen. Das Konzept einer Praxis vor Ort wird dadurch komplett revolutioniert.

Durch unsere langjährige Erfahrung mit inzwischen über 1000 Hunden können wir dir versichern, dass es (außer bei den in Frage 4 spezifizierten Fällen) KEINEN körperlichen Kontakt zu deinem Hund braucht, damit wir euch unterstützen können.

Bist du bereit mit deinem Hund einen neuen Weg zu gehen?

Wir geben dir das nötige Wissen und alle erforderlichen Hilfsmittel an die Hand.

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Juckreiz bei Hunden

Von
Dr. Franz Spitzer
Fakten geprüft von
Aktualisiert am   
19.12.2023
7 min
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Inhaltsübersicht:

Einleitung

Juckreiz ist das Kardinalsymptom der Haut, des größten Organs des Körpers, und einer der häufigsten Gründe überhaupt warum Hundehalter ihre Tiere bei Tierärzten vorstellen. Für Juckreiz gilt wie für vielleicht kein anderes Symptom mehr denn je der zeitlose medizinische Grundsatz, den ich vor vielen Jahren von einem alten „Tierarzt-Haudegen“ aufgeschnappt und seitdem nie mehr vergessen habe:

„Wenn du Hufgetrappel hörst, suche nach Pferden, nicht nach Zebras.“

Damit gemeint ist die ärztliche Aufgabe stets die naheliegendste (bzw. statistisch wahrscheinlichste ) Ursache eines Problems zuerst in Betracht zu ziehen, auch wenn möglicherweise noch viele andere in Frage kommen mögen. Laut Lehrbuch kommen theoretisch 100 (teilweise sehr exotische) Ursachen für Juckreiz in Frage. In der Praxis verhält es sich meiner Erfahrung nach aber so, dass Juckreiz in ca. 90% der Fälle auf einige wenige ganz konkrete Ursachen und Zusammenhänge zurückzuführen ist.

Dies gilt vor allem dann wenn du in Mitteleuropa wohnst und mit deinem Tier schon öfter bei Tierärzten in konventioneller Behandlung warst. Im folgenden werde ich daher nur auf die für dich höchstwahrscheinlich relevanten Ursachen eingehen und die Zebras beflissentlich ausklammern.

Juckreiz kommt selten allein

Festzuhalten ist zuerst mal, dass Juckreiz in aller Regel nicht als alleiniges Problem auftritt. Vielmehr ist er als Begleiterscheinung vergesellschaftet mit z.B. Allergien, Unverträglichkeiten, entzündeten Analdrüsen, Ohrenentzündungen, chronischen Darmproblemen, offenen/wunden Pfoten oder auch Hautproblemen aller Art.

Dies beweist, dass wir es hier mit einer tieferliegenden, den ganzen Körper betreffenden Entzündungs-Problematik zu tun haben, die sich zwar auf der Haut zeigt, aber bei weitem nicht auf die Haut begrenzt ist. Das ganze ist in etwa vergleichbar mit einem Schwel/Torf-Brand – es ist von außen sichtbar aber die eigentliche Dynamik spielt sich für das Auge unsichtbar unterirdisch ab.

Das große Ganze rund um das Symptom Juckreiz habe ich in diesem Video erklärt:

Zwischenfazit – der Fehler in der „üblichen“ Behandlung

Daraus leiten sich eine für die erfolgreiche Behandlung grundlegende Erkenntnis ab: Der Juckreiz auf der Haut wird nicht durch lokale (das heißt örtlich begrenzte) Unterdrückung mittels Kortison/Prednisolon, Entzündungshemmern (NSAID), Antibiotika, Apoquel oder Cytopoint in den Griff zu kriegen sein.

Und zwar da Medikamente immer nur das Symptom (!) Juckreiz zeitweilig unterdrücken. Aber sie beseitigen die Ursache nicht. (Wie das genau geht dazu im Folgenden mehr.) Mit dem Symbol des bereits erwähnten Schwelbrands ausgedrückt: Medikamente können immer nur an einigen Stellen den Rauch beseitigen, aber sie löschen das tieferliegende Feuer nicht. Daher kommt Juckreiz in aller Regel wieder und begleitet Hund/Halter über lange Zeit.

Eine kühne Behauptung aus jahrelanger Erfahrung

Zum besseren Verständnis: Dem Auftreten von Juckreiz bei deinem Tier sind in den meisten Fällen bestimmte Behandlungen vorausgegangen, die du natürlich nicht ursächlich mit dem Juckreiz in Zusammenhang gebracht hast.

Hier kommen in Frage: Impfungen, intensive Medikamentengaben gegen z.B. Giardien, Würmer oder Zecken, Antibiotika, Schmerzmittel, Kortison sowie die Verfütterung von industriellem Fertigfutter. Sie tauchen so gut wie bei jedem Juckreiz-Patient im Vorbericht auf. Wenn dein Hund unter Juckreiz leidet, wäre ich sogar bereit Geld darauf zu verwetten, dass dein Tier bei Tierärzten schon (mehrfach) mit einem oder mehreren der oben genannten Medikamente behandelt wurde.

Und wenn du diesen Text bis hierhin gelesen hast, dann waren diese Behandlungen höchstwahrscheinlich nie dauerhaft erfolgreich und der Juckreiz kehrte stets zurück, weswegen du jetzt im Internet auf der Suche nach Alternativen bist.

Erklärung – Warum ist die Haut überhaupt betroffen?

Zuerst mal dürfte das mit der beachtlichen mechanischen Beanspruchung im Rahmen des täglichen Lebens zusammen hängen.

Die Haut ist das wichtigste Schutzorgan des Körpers. Da ein Hund keine schützende Kleidung trägt, ist wahrscheinlich einleuchtend, dass die Haut durch den unmittelbaren Kontakt mit sämtlichen Schadstoffen aus der Umwelt besonders gereizt wird. Die Haut schirmt den Körper jedoch nicht nur gegenüber Schadstoffen von der Außenwelt ab, sondern sie stellt auch eine bedeutsame Eintrittsbarriere für Krankheitserreger und Parasiten dar.

Gleichzeitig ist sie (neben dem Darm) aber auch der größte Lebensraum für die hier natürlicherweise ansässigen und für die Hautgesundheit unerlässlichen Mikroorganismen. Bei Mensch und Tier kommt den hier lebenden Mikroorganismen eine ganz entscheidende Rolle für die normale Funktionalität und die selektive Barrierefunktion der Haut zu.

Diese doppelte Funktion ist der Grund warum die Haut für das Immunsystem eine so große Rolle spielt und warum sie im Rahmen von Immunkrankheiten wie Allergie, Atopischer Dermatits, Lupus oder Pemphigus stets offensichtlich mitbetroffen ist. Diese intensive Beanspruchung erfordert umfangreiche und adäquate Regenerations- und Neubildungsprozesse der Zellen in der Haut, welche natürlich nur im Rahmen eines gesunden Stoffwechsels bzw. Körpermilieus adäquat erfolgen kann.

Das mikrobielle Gleichgewicht auf der Haut wird insbesondere von Antibiotika ( aber auch chemischen Medikamenten generell) empfindlich gestört bzw. beeinträchtigt – insbesondere natürlich von denen, die auf die Haut aufgetragen oder per Kanüle unter die Haut gespritzt werden. So tragen Antibiotika und Medikamente ironischerweise zu den Symptomen auf der Haut bei, gegen die sie ursprünglich gegeben werden.

Des weiteren ist die Haut neben Leber, Niere und Darm ein sehr willkommenes Entgiftungsorgan, dessen Kapazität vom Organismus bei Bedarf auch voll ausgeschöpft wird. Wenn körperfremde Substanzen / Schadstoffe ( wie z.B. chemische Medikamente, Impfungen oder Spot-Ons) wieder ausgeschieden werden müssen, bedient sich der Körper dazu notgedrungen auch immer der Haut. Denn über die kontinuierlich nach außen abgestoßenen Zellschichten der Haut (=Schuppen) können eingelagerte Schadstoffe langsam aber beständig in die Außenwelt abgegeben werden.

Dieser Prozess ist allerdings nicht nur in seiner Kapazität limitiert, sondern er bringt es zwangsläufig auch mit sich, dass die in die Hautzellen eingelagerten Schadstoffe vor ihrer Abschilferung noch das umliegende Gewebe reizen bzw. schädigen können. Dies wird vom Tier als das empfunden was wir dann Juckreiz nennen und warum du gerade diesen Artikel liest.

Daher kommt auch das ständige Nagen, Knabbern, Schubbern oder Kratzen an so gut wie allen Hautarealen, das in schweren Fällen bis hin zur Selbstverstümmelung gehen kann.

Lösung für Juckreiz – Was ist zu tun?

Wie wir bereits festgestellt haben, ist eine örtliche Behandlung der Haut mit Cremes, Salben oder Medikamenten in der Regel nicht ausreichend bzw. sogar kontra-produktiv. Es wird sich damit für eine Weile Ruhe „erkauft“, aber die Beschwerden kehren in aller Regel wieder.

Guck dir bitte im folgenden Video an, wie eine inzwischen glückliche Halterin es sehr treffend formuliert hat:

Wer als Halter den Juckreiz seines Hundes langfristig und dauerhaft heilen will, kommt nicht umhin sich mit der Gesundheit seines Tieres insgesamt zu beschäftigen. Und damit sind wir auch beim Thema Haut/Juckreiz wieder beim Darm angelangt, dem meistunterschätzten Organ in der „modernen“ Medizin.

Der direkte Zusammenhang von Haut und Darm ist im folgenden Video anschaulich erklärt:

Es gilt also bis hierhin festzuhalten:
Wer den Juckreiz seines Hundes dauerhaft heilen will, der muss zuerst die Haut heilen, und wer die Haut heilen will, der muss beim Darm ansetzen!

Gegenmaßnahmen – Was ist zu tun?

Die notwendigen Maßnahmen um Juckreiz bzw. Hautproblemen allgemein zu begegnen sind aufbauend auf den geschilderten Zusammenhängen gleichermaßen umfangreich wie logisch.

Sie setzen vorne bei der Vermeidung von sämtlichen chemischen Fremdstoffe an – hier kommen Medikamente, Spot-Ons, Impfungen, Wurmtabletten oder Zeckenhalsbänder in Frage.

Weiterhin muss der Darm aufgebaut, gestärkt und entgiftet werden – heißt Ernährungsumstellung, Darmsanierung & Milieuoptimierung. Da die Haut wie bereits geschildert eine Entgiftungsfunktion hat, wird jede Entgiftung des Körpers im besonderen auch immer der Haut zugute kommen und den Juckreiz somit lindern. Dieser Prozess erfordert allerdings Geduld und Zeit.

Da zu den Ursachen von Juckreiz aber auch Parasiten bzw. bakterielle Erreger zählen, ist der gleichzeitige Aufbau des Immunsystems ebenfalls unabdingbar. Wird die Ausbreitung von Erregern und Parasiten durch eine gesunde, intakte Hautbarriere auf natürliche Weise eingedämmt, so verschwindet der Juckreiz schlussendlich von selbst.

Schließlich sind sicherlich auch bestimmte Alltagspraktiken und Gewohnheiten des Halters im Bezug auf Reinigung und Hygiene zu hinterfragen (Teppiche, Waschmittel, Haushaltschemikalien oder Umweltgifte etc.)

Die Prognose von Juckreiz ist aufgrund der außerordentlichen Regenerationsfähigkeit der Haut auch in sehr fortgeschrittenen Krankheitsverläufen immernoch als gut zu bezeichnen. Die von Tierärzten immer wieder zu hörende Behauptung Allergien (und der damit einhergehende Juckreiz) wären unheilbar, ist aus meiner Erfahrung eindeutig faktisch falsch!

Wenn der Halter ganzheitlich alle genannten Punkte konsequent umsetzt, sind Heilungsverläufe wie dieser hier die logische Konsequenz.

Wer sich als Hundehalter ebenfalls auf einen ganzheitlichen und chemiefreien Weg begeben möchte, kann sich hier gerne einen Termin bei mir und meinem Team buchen.

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